Die Lage der Streuobstwiese

Gemarkung Kloschwitz (Gemeinde Weischlitz), Flurstück 161, gesamt 3,47 ha

Die Fläche der heutigen Sortenwiese ist eingebettet in das Naturschutzgebiet Leubnitz/ Toberitzer Riedelgebiet und liegt in Nachbarschaft des Naturschutzgebietes Großer Weidenteich und des Vogelschutzgebietes Weidenteich- Syrauer Heide im FFH-Gebiet Rosenbach und Vogelschutzgebiet Vogtländische Pöhle. Entlang der Streuobstwiese führen verschiedene Wanderwege durch das vogtländische Mühlenviertel. Direkt an unserer Sortenwiese führt der Wanderweg "Genusspfad" entlang.

Unsere Streuobstwiese entstand auf einer Fläche, die jahrzehntelang als Ackerland genutzt wurde. Es gab Pläne, dort einen Diabas-Steinbruch zu erschließen. Um das zu verhindern, kaufte die Bürgerinitiative 1999 das Gelände, um es ökologisch aufzuwerten und als erhaltenswertes Biotop umzugestalten. Die BI legte mit Heckenpflanzungen, der Errichtung von vier Wanderhütten, die ins Wanderwegenetz integriert sind und seit 2016 mit der Pflanzung einer Sortenwiese den Grundstein für die ökologische Aufwertung des Flurstücks. 

 

 

 

 

 

Streuobstwiesen sind immaterielles Kulturerbe Deutschlands

Im Frühjahr 2021 erklärte die Kultusministerkonferenz der Länder und die Unesco-Kulturerbe-Kommission die Streuobstwiesen zum immateriellen Kulturerbe Deutschlands. Seit dem gibt es den „Tag der Streuobstwiese“ der alljährlich am 30. April begangen wird.

Mit den Streuobstwiesen betrieben frühere Generationen traditionelle Formen des Obstanbaus zur Eigenversorgung. Leider verwilderten viele in den letzten Jahrzehnten oder wurden gerodet. Damit schwanden wertvolles Wissen und Fertigkeiten rund um Fruchtanbau- u. Verarbeitung, sowie ein ökologisch wertvoller Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten. Nun kommen diese prägenden Kulturlandschaften wieder zu neuen Ehren.

Auf unserer Streuobstwiese nahe Kloschwitz findet man einen enormen Schatz an historischen, einheimischen Obstsorten. Damit schuf die BI nicht nur einen wertvollen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch eine traditionsreiche Kulturlandschaft.

 

Anlage einer Streuobstwiese zum Erhalt historischer Obstsorten

Auf der Sortenwiese gedeihen 220 Obstbäume umgeben von einer Wildfruchthecke

Zentrales Projekt zur Umgestaltung des Flurstücks zum Vorranggebiet für Flora und Fauna, war die Anlage der Streuobstwiese, auf der zwischen 2016 und 2023 insgesamt 220 historische Obstbäume gepflanzt wurden. Auf unserer Streuobstwiese nahe Kloschwitz findet man einen enormen Schatz an historischen, einheimischen Obstsorten. Diese wertvollen, teils fast vergessenen sächsischen Sorten werden nun gehegt und gepflegt. Die Pflanzaktionen fanden in Zusammenarbeit mit der Servicestelle Streuobst aus Freital statt. Die Pflanzungen wurden immer in Form von Arbeitseinsätzen durchgeführt, an denen sich neben den BI-Mitgliedern auch viele regionale Helfer beteiligten.

Gefördert wurde das Vorhaben unter anderem von der Akademie der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt, die Allianz Umweltstiftung und die Europäische Union im Rahmen des Projektes „Erhalt alter sächsischer und tschechischer Obstsorten mit neuen Konzepten- ein Kooperationsprojekt“. Aber auch regionale Partner, wie die Agrar GmbH Kröstau und die Gärtnerei der Diakonie in Weischlitz und die Lebenshilfe Plauen unterstützen unsere Arbeit.

9.11.2024

Gieß- und Pflegearbeiten

Leider hinterlassen Trockenheit und Schädlinge immer wieder Spuren an den Bäumchen und so sind immer wieder Verluste zu beklagen. Mit regelmäßigen Ergänzungspflanzungen werden die entstandenen Lücken in der Obstplantage geschlossen. Die BI Mitglieder treffen sich alljährlich im November zu Arbeitseinsätzen um die Verluste im Baumbestand auszugleichen und weitere Schäden abzuwenden. Zum Schutz vor Wühlmäusen wurden Drahtkörbe und Schafwolle eingesetzt. Ein neues Bewässerungssystem soll künftig die Wasserversorgung verbessern: Neben den Bäumen wurden Gießrohre mit Kies eingebaut, um die Wurzeln gezielt nach unten zu leiten. 

2026

Faunaschonende Pflege der Streuobstwiesen

Zur naturschonenden Pflege der Flächen wurden ein Balkenmäher sowie zwei Freischneider angeschafft. Mit diesen Geräten kann eine faunaschonende Mahd und Pflege von mindestens drei Hektar Biotopfläche durchgeführt werden. Durch die angepasste Mähtechnik werden insbesondere Insekten, Kleinsäuger und andere bodenlebende Tiere deutlich weniger beeinträchtigt als bei herkömmlichen Mähverfahren.

Die Anschaffung der Geräte unterstützt eine biodiversitätsfördernde Bewirtschaftung und trägt zum Erhalt wertvoller Lebensräume und der regionalen Artenvielfalt bei.

Förderhinweis:
Dieses Vorhaben wird im Rahmen des GAP-Strategieplans 2023–2027 aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert und ist zu 80 % von der Europäischen Union kofinanziert.